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Bereits zum fünften Mal führte die Bundeswehr eine dienstliche Veranstaltung für zivile Führungskräfte durch. An der diesjährigen InfoDVag vom 08. bis 13. Juni 2009 am Ausbildungszentrum Munster nahm unser Mitglied der TradGem und RK Hankensbüttel/Dedelstorf, Meinhard Günther teil, der von 1981 bis 1982 in Dedelstorf Angehöriger der 3. Batterie/PzArtBtl 335 war.
In der einwöchigen Veranstaltung erhielten die Führungskräfte aus den verschiedensten Bereichen umfassende Einblicke in die Transformation der Bundeswehr und die aktuelle Ausbildung der Soldaten im Heer.
Neben Unterrichtungen über Sachstand und Zukunft des Heeres, Führung und Einsatz, sowie Ausbildung wird auch ein Einblick in die Ausrüstung und Bewaffnung, insbesondere der gepanzerten Kampftruppen, gegeben.
Durch Gespräche mit Soldaten aller Dienstgradgruppen, Besichtigungen und die Teilnahme am Dienst wurde der Alltag der Heeressoldaten aktiv miterlebt.
Ziel der Veranstaltung ist es, den Reserveoffizieren die Bundeswehr und ihre Teilstreitkräfte näher zu bringen und deren aktuelle sicherheits- und verteidigungspolitischen Aufgaben aufzuzeigen.
Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmer sollten die Bundeswehr nicht nur im Fernsehen oder in der Zeitung betrachten, sondern die ,,Firma’’ Bundeswehr, wie Brigadegeneral Klaus Feldmann, der Kommandeur des Ausbildungszentrums MUNSTER, sie nannte, hautnah miterleben. Den Höhepunkt des ersten Tages bildete nach der Einkleidung, Bezug der Stuben und Erledigung der notwendigen Formalitäten aber erst einmal das feierliche Gelöbnis in der Panzertruppenschule am Abend. Im Anschluß daran nahm sich der Gastgeber, Brigadegeneral Feldmann, Zeit für seine Gäste und stellte auch das Ausbildungszentrum MUNSTER vor.
Der zweite Ausbildungstag begann für die Lehrgangsteilnehmer früh morgens um sechs Uhr mit dem Wecken. Neben einem Vortrag über die Herausforderungen der Reservistenarbeit war der Dienstag von praktischer Ausbildung geprägt. Klassische grundlegende Ausbildungen, wie Waffenausbildung oder Geräteausbildung standen am Vormittag auf dem Dienstplan.
Das Mittagessen wurde mit einem Verpflegungspaket EPa (Einmannpackung) dann selbst zubereitet, nachdem in Barbaradorf auf dem Truppenübungsplatz Munster Nord "Dorfbürgermeister" Maly und sein Team die Führungskräfte begrüßt hatte. Im Anschluss daran bekamen die Lehrgangsteilnehmer den Kampfpanzer Leopard 2A6 und den Schützenpanzer Marder 1A5 als Gefechtsfahrzeuge des Heeres vorgeführt.
Nach einer gefechtsmäßigen Verlegung mit den Fahrzeugen ins Gelände stand ein fünf Kilometer langer Orientierungsmarsch mit verschiedenen zu lösenden Aufgaben an. So galt es unter anderem in der Gruppe mit Ausrüstung und ohne Schaden eine improvisierte Minensperre zu überwinden, bevor dieser lange und informative Tag später mit einem Grillabend auf Hof Roth im Herzen des TrÜbPl Munster ausklang.
Der Mittwoch dieses Lehrganges war größtenteils von theoretischen Inhalten im Plenum der Panzertruppenschule geprägt. Brigadegeneral Alois Bach, der Kommandeur Zentrum Innere Führung, referierte über die Innere Führung in den Streitkräften, Generalmajor Wolf-Joachim Clauß, der Amtschef des Heeresamtes, hielt einen Vortrag über die Herausforderungen an das Heer der Zukunft und war aus diesem Anlass aus Köln in die Lüneburger Heide gereist, bevor die junge Truppengattung der Heeresaufklärer den zivilen Führungskräften näher gebracht wurde. Im Rahmen einer Wiederholungsausbildung übten die Lehrgangsteilnehmer den Umgang mit Gewehr, Maschinenpistole und Pistole und konnten im Schießsimulator für Handwaffen (AGSHP) ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen.
Am vierten Tag stand ein Besuch der Rekrutenkompanie an. Die Ausbilder und die Rekruten hatten trotz des regnerischen Wetters ein interessantes Programm vorbereitet. Unter anderem stand ein Gang durch die Rekrutenstuben an. Eine Vorstellung der Kompanie, der aktuellen Ausrüstung, eine Erklärung des Scharfschützengewehrs G22 und der Panzerfaust wurde gegeben und es wurde die Sanitätsausbildung, die jeder Soldat erhält, in Kurzform vorgestellt.
Am Nachmittag berichtete Generalmajor Hans-Lothar Domroese, über seine Erfahrungen vom Einsatz in Afghanistan. Domroese war bis vor fünf Monaten Chef des Stabes im ISAF-Hauptquartier in Kabul.
Am Freitag morgen, dem vorletzten Lehrgangstag ging es hinaus auf die Schießanlage des Standortes Munster. Hier galt es, das in den vergangenen Tagen Erlernte beim Schießwettkampf im scharfen Schuss unter Beweis zu stellen. Zuvor informierte Generalmajor Robert Bergmann, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, die Lehrgangsteilnehmer in einem interessanten Vortrag im Plenum über die Ausbildung von militärischen Führungskräften an der höchsten Bildungseinrichtung der Bundeswehr.
Am Abend hatte Brigadegeneral Klaus Feldmann, der Kommandeur des Ausbildungszentrums Munster, die Offiziere zu einem Abschlussabend im Kasino des Standortes Munster geladen. Er nutzte noch einmal die Gelegenheit, allen die vor und hinter Kulissen diesen Lehrgang ermöglicht hatten, zu danken.
Samstag früh, sechs Uhr. Der letzte Lehrgangstag war angebrochen und es war kein Zufall, dass dieser mit dem Tag der Informationslehrübung (ILÜ) Nord 2009 zusammenfiel. In der Panzertruppenschule besichtigten die Lehrgangsteilnehmer zunächst die statische Waffenschau der ILÜ Nord. Gezeigt und erklärt wurden hier die Gefechtsfahrzeuge des Heeres.
In einem Konvoi aus Bussen und Sicherungsfahrzeugen, verlegten die Teilnehmer im Anschluss an die Waffenschau zur Tribüne MUNSTER Süd. Während der Fahrt wurde dabei in die der ILÜ zugrunden liegende, fiktive Rahmenlage eingewiesen. Nach Ankunft der Teilnehmer und zahlreicher ziviler Gäste in Munster Süd wurden die Plätze auf der zentralen Tribüne eingenommen. Dort zeigte die Panzerlehrbrigade 9 das Leistungsvermögen des deutschen Heeres mit all seinen Luft- und Gefechtsfahrzeugen. In dieser Lehrübung wurde der Einsatz des Deutschen Heeres in Operationen unterschiedlicher Intensität vorgestellt. Es wurde das heutige und zukünftig absehbare Einsatz- und Aufgabenspektrum des Heeres gezeigt.
Am Nachmittag wurden die verbleibenden Teilnehmer des Gesamtduchgangs dann auf den NATO-TrÜbPl Bergen/Hohne verlegt, wo viele der gezeigten Systeme auf der Schießbahn nun noch einmal in einem Gefecht der verbundenen Waffen im scharfen Schuß beobachtet werden konnten und vertiefende Einblicke in Bereiche wie den Brigadegefechtsstand, das Logistikbataillon und den Instandsetzungsstützpunkt ermöglicht wurden.
Nach der Rückkehr in das Offizierlager Munster am Samstag abend gegen 19:30 Uhr tauschten nun auch die letzten Lehrgangsteilnehmer den Fleckentarnanzug wieder gegen ihre zivile Kleidung und kehrten am frühen Abend nach einer spannenden, unterhaltsamen und informativen Woche am Ausbildungszentrum Panzertruppen in Munster in ihr ziviles Leben zurück. |